• Stressfrei im Alltag – Tipp 5 – ‚Der innere Kritiker‘

    Hast du schon mal einen Fehler gemacht? Etwas getan, was dir später peinlich war? Wärest du dann am liebsten im Erdboden versunken oder falls es machbar gewesen wäre, hättest du alles rückgängig gemacht?

    Vielleicht fragst du dich, was hat das mit Stress zu tun? Doch Stress hat viele Gesichter …

    Jeden Tag, und manchmal auch häufiger am Tag, bewerten wir  unbewusst unser Verhalten. Ist für uns unser Verhalten ok oder sogar sozial erwünscht, dann sind wir zufrieden mit uns. Haben wir vielleicht sogar etwas besonders Gutes getan oder geleistet, dann stellt sich ein Gefühl von Stolz bei uns ein. Wir klopfen uns selbst auf die Schulter und…. wir mögen uns besonders gern! 

    Doch genau hier ist der Dreh und Angelpunkt! Bewertung!

    5 Sterne, 4 Sterne oder noch weniger oder sogar keinen Stern?

    Der innere Bewerter oder der innere Kritiker macht uns Vorwürfe … manchmal vernichtend… wie konntest Du nur…? das hättest du besser machen können… das war ein Fehler…. du hast dich blamiert…. du wirst nie wieder….das hast du nun davon… du bist peinlich!

    Alle inneren Dialoge erzeugen Gefühle. Gefühle erzeugen biochemische Prozesse. Alles was abwertend ist, geht einher mit dem Ausstoß von Stresshormonen, denn wir entwickeln unwillkürlich Gefühle von Angst.

    Hat diese innere Stimme, die ein vernichtendes Urteil fällt, recht?

    Und hier kommt nun der Tipp!

    Ja, da lief etwas nicht so optimal, ja, ich habe einen Fehler gemacht! Ja, das könnte mir schaden und ja, dass könnten andere als peinlich betrachten….. Ja, das war eine schwache Leistung… Doch, ja und? …. „Aus Fehlern wird man klug, deshalb ist einer nicht genug!“

    „Glückwunsch!“ Du hast den Fehler erkannt und dadurch etwas gelernt. In Zukunft wird dir diese Erkenntnis helfen klüger vorzugehen. Oder falls es etwas kollektives ist, dann kann die Zukunftsgestaltung in Organisationen davon profitieren. Beruflich, gesellschaftlich, politisch… überall passieren Fehler! Doch wenn diese nicht schamvoll unter den Teppich gekehrt werden, beinhalten die Fehler das Potenzial eines klügeren Vorgehens in der Zukunft.

    Sich zu grämen, Reue zu entwickeln, die einhergeht mit einem ständigen sich schlecht fühlen, gefährdet die Gesundheit!

    Also, du bist ein Mensch und kein Engel 😉 Falls du dich mal wieder verteufelst für etwas, was nicht so gut war, dann bleibe großzügig und tröste dich lieber, wie ein gutes Elternteil ein kleines Kind…

    Sage dir einfach … alles wird gut! Ist doch nicht so schlimm… andere machen auch Fehler… da brauchst du dich nicht zu schämen…alles halb so wild…. es wird schon…

    Und du merkst gleich, dass du dich besser fühlst, und das wiederum stärkt die Gesundheit!

    Und wenn du dich selber nicht mehr so abwertest, dann hilft es auch den anderen Menschen in deinem Umfeld, denn das großzügige Anerkennen von menschlichen Fehlern und Schwächen erzeugt zwischenmenschliche Wärme.

    Herzlichst, deine Cornelia Wirth

     

     

  • Stressfrei durch den Alltag – Tipp 4 – ‚Nein-Sagen‘

    Kannst du gut ‚Nein-Sagen‘?

    NEIN zu sagen, wenn andere etwas von dir möchten, was du eigentlich nicht machen willst oder deine Zeitplanung es erschwert, ist oft gar nicht so leicht.

    Du merkst, dass du entweder keine Zeit oder keine Lust dazu hast, doch deine Gedanken gehen oft eigene Wege …

    Vielleicht denkst du … was soll man machen? Das ist eben so, wenn der*die Kollege*Kollegin mal wieder ganz schnell etwas benötigt, obwohl er*sie es schon seit längerer Zeit wusste.

    Vielleicht denkst du auch … ich bin eben fremdbestimmt und kann es nicht ändern.

    … oder es ist für dich wichtig als freundlich und hilfsbereit zu gelten und du befürchtest, dass du dich unbeliebt machst, wenn du etwas nicht oder nicht gleich erledigst.

    Doch alle diese Gedanken formen dich!

    …du machst und fühlst dich als ‚Opfer‘ der Situation und vielleicht resignierst du sogar.

    Also, was kannst du tun?

    Wenn es dir schwer fällt NEIN zu sagen, dann gibt es kleine Kniffe es zu lernen….

    Zuerst verschaffe dir Zeit! Vielleicht sagst du einfach …“ich schaue gerade mal in meinen Kalender, in meine Planung … und melde mich danach wieder“

    Das verschafft dir Zeit darüber nachzudenken, ob du es machen willst/kannst. Du kannst auch überlegen, wenn du es machen willst, dass es zu einem anderen Zeitpunkt besser passt und machst einen konkreten Vorschlag.

    Der nächste Kniff ist aus dem Nein ein Ja zu machen. Du sagst einfach, „Ja, bis morgen mittag kann ich es erledigen, momentan leider nicht.“

    Und wenn deine Überlegungen zum Ergebnis kommen, dass du es gar nicht machen kannst oder willst, dann sind folgende Sätze „das passt leider nicht“ oder wenn du dich richtig abgrenzen willst „(Nein,) das möchte ich nicht“ ein guter Kniff um Selbstbestimmung zu lernen.

    Abgrenzungskompetenz ist eine wichtige Grundlage sein TUN selber gestalten zu können und oft auch der Rettungsanker vor Überforderung.

    Wenn du das mit der angemessenen Freundlichkeit tust, wirst du dich bestimmt auch nicht unbeliebt machen, sondern eher Wertschätzung für deine Geradlinigkeit erhalten. Denn eins ist klar, wer zuvor darüber nachgedacht hat, ob und wann etwas erledigt wird, der demonstriert Verlässlichkeit und macht eben überwiegend die Tätigkeiten zu denen er*sie auch steht.

    Wer allerdings verleitet ist durch einen überdimensionierten Antreiber ‚Mach es allen recht‘, dem liefere ich hier nun noch ein Zitat einer meiner Seminarteilnehmer

    „Everybody’s Darling is everybody’s Depp

    …. und wer will das schon?

    Deine Cornelia Wirth